Litembo (POW) Zum zweiten Mal hat das diözesane Krankenhaus von Litembo ein Aufklärungsprojekt zur Menstruationshygiene an Schulen im tansanischen Partnerbistum Mbinga durchgeführt. Vier Tage lang war das Team mit Projektleiterin Anna Mwenda, Dr. Janseline Timothy, Krankenpflegerin Lucy Nchimbi, der „weltwärts“-Freiwilligen Anna Gattermann und einem Fahrer unterwegs zu Grund- und weiterführenden Schulen, heißt es in einem Bericht des Krankenhauses. Im Gepäck hatten sie unter anderem pinke Boxen mit Mehrweg-Pads und einem Aufbewahrungstäschchen für die benutzten Einlagen, die an die Mädchen verteilt wurden.
Erste Station war die Grundschule in Litumbandyosi. Mwenda sang mit den Kindern der Klassen fünf bis sieben zur Einstimmung das Lied „Tuna ndoto“ – „Wir haben einen Traum“: „Wir träumen davon, Ärzte zu sein. Wir träumen davon, Piloten zu sein. Wir haben viele Träume in diesem Leben. Lasst uns lernen, dann werden sie wahr.“ Sie erzählte den Kindern, dass auch Mädchen Ärztinnen werden können, wenn sie sich anstrengen und die Schule nicht abbrechen. Doch aufgrund von Menstruationsbeschwerden, gesellschaftlichen Normen oder Teenagerschwangerschaften würden Mädchen sich nicht in die Schule trauen oder diese abbrechen. Damit sei ihre Zukunft als Hausfrau ohne Perspektive besiegelt. Krankenpflegerin Nchimbi erklärte den Mädchen und Jungen, was bei der Menstruation passiert, wie man schwanger wird und woran man eine Schwangerschaft erkennt. Zur Veranschaulichung hatte sie kleine Plakate mitgebracht. Gemeinsam sangen alle noch das Lied „Don’t touch – hapa kwangu“, bei dem sie erfuhren, welche Körperteile andere nicht berühren dürfen. Zum Abschluss erklärte Dr. Timothy den älteren Mädchen, wie man die mitgebrachten Mehrweg-Pads anwendet, wäscht und aufbewahrt, und überreichte ihnen die pinken Boxen mit jeweils sechs dieser Pads.
Ähnlich verliefen die Besuche an den weiteren Schulen. An der Sekundarschule in Litumbandyosi erinnerten sich einige Mädchen noch an den ersten Besuch des Aufklärungsprojekts vor einem Jahr. In Luhagara besuchte das Team erst die Grundschule und dann die Sekundarschule. Hier hätten sich auch die Lehrerinnen getraut, Fragen zur Menstruation und zum Zyklus zu stellen. „Sie entstammen einer Generation, in der höchstwahrscheinlich noch nicht darüber gesprochen wurde“, schreibt „weltwärts“-Freiwillige Gattermann. Zum Abschluss bekamen auch die Lehrerinnen eine pinke Box – und die Lehrer eine für ihre Frauen.
Das Team besuchte auf dieser Tour noch die Grundschulen in Mabuni, Kingoli, Paradiso und Mkeso. Mkeso erreichte es erst nach einer zweistündigen Autofahrt durch die Steppe. Die Schule sei sehr klein, die Kinder kämen aus der ganzen Umgebung. Es gebe nur jeweils eine Toilette für die Jungen und Mädchen. Viele hätten noch nie eine weiße Person gesehen. Die Kinder machten begeistert mit, und zum Abschluss beluden sie das Auto des Teams mit Orangen, die dort in Hülle und Fülle wachsen.
Wer das Projekt mit einer Spende unterstützen möchte: Diözese Würzburg Weltkirche, IBAN: DE40 7509 0300 0603 0000 01 bei der LIGA Bank Regensburg, Stichwort: „Hilfe für Litembo Hospital“. Für eine Spendenquittung eine E-Mail an weltkirche@bistum-wuerzburg.de senden mit Angabe der Höhe der Spende, Name und Adresse.
(5025/1260; E-Mail voraus)
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