Mbinga (POW) Der Besuch von Weihbischof Paul Reder im tansanischen Partnerbistum Mbinga sei ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung und für eine lebendige Bistumspartnerschaft. Das hat Bischof John C. Ndimbo beim Abschiedsgottesdienst am Sonntag, 9. August, im Kiliansdom in Mbinga betont. Der Weihbischof dankte für die „großartige Gastfreundschaft“ und die vielen „freudigen und stärkenden Begegnungen“. Rund eineinhalb Wochen besuchte er Pfarreien und Einrichtungen im Partnerbistum, sprach mit unzähligen Gläubigen und Verantwortlichen vor Ort.
„Die Diözese Mbinga und ihre Gläubigen habe ich als sehr zielgerichtet und nach vorne gehend erlebt, um gemeinsam eine gute Zukunft zu gestalten, die auf dem christlichen Glauben aufbaut“, fasste Weihbischof Reder im Gottesdienst seine Eindrücke von der Reise zusammen. Die Bistümer Würzburg und Mbinga stünden auf unterschiedliche Weise vor großen Herausforderungen und könnten voneinander lernen, damit umzugehen. Wer seinen Blick und sein Herz auf Jesus ausrichte, „der auch uns helfend seine Hand entgegenstreckt“, der werde nicht untergehen, „sondern Kräfte entwickeln, um sie gemeinsam zu meistern“, sagte er mit Bezug auf das Evangelium vom Seesturm.
Bischof Ndimbo überbrachte das Bedauern vieler Pfarreien, die aufgrund des engen Zeitplans diesmal nicht besucht werden konnten. Ein weiterer Besuch sei deshalb keine Frage des „Ob“, sondern des „Wann“, betonte er. Als Zeichen für die Partnerschaft zwischen den beiden Bistümern überreichten unter anderem Vertreterinnen des Frauenbunds eine bunt bedruckte Stoffbahn, „Kitenge“ genannt.
Eine Kokosnusspalme für die Partnerschaft
In den vergangenen Tagen absolvierte Weihbischof Reder nochmals ein straffes Programm. Am Freitag, 7. August, ging es über Lituhi und Ndumbi zur Pfarrei Nkile von Pfarrer Silverius Mwingira am Njassa-See. „Die Landschaft hat den Charakter eines Mittelgebirges und die Straßen sind streckenweise ohne Geländewagen gar nicht passierbar“, beschreibt der Weihbischof. Das stelle auch die Pastoral vor große Herausforderungen. Die Pisten seien zwar versandet und staubig, aber befahrbar. In der Regenzeit würden sich selbst kleine Gebirgsbäche in reißende Fluten verwandeln, die alles mitreißen, erfährt der Weihbischof. Im Februar sei so eine Ordensschwester ums Leben gekommen.
In Lituhi machten die deutschen Gäste unter anderem einen Zwischenstopp beim Krankenhaus. Vor 100 Jahren von den Missionsbenediktinern gegründet, versorgt die Klinik heute 23 Ortschaften mit insgesamt rund 40.000 Menschen. In der Pfarrei Ndumbi pflanzte Weihbischof Reder eine Kokosnusspalme. Sie sei ein „Sinnbild für Wachstumskräfte“, schreibt der Weihbischof. Denn in Ndumbi soll eine neue Kirche als Ersatz für eine baufällige und viel zu kleine Behelfskirche entstehen. „Wer zusammen betet und zusammen arbeitet, der hält auch zusammen. Dieses Projekt stärkt die Gemeinschaft mit Gott und untereinander“, sagte der Weihbischof zu den Gläubigen. In Nkile präsentierte Pfarrer Mwingira den Gästen das 2021 eingeweihte Gästehaus, die Schreinerei, die Nähstube, eine Backstation und ein Hüttendorf direkt am See für Reisegruppen. Ein Kindergarten für 40 Kinder stehe kurz vor der Fertigstellung, und gemeinsam mit der Pfarrjugend habe er einen Fischteich ausgehoben, der demnächst befüllt werden soll.
Tags darauf ging es unter anderem in die Pfarrei Mkwai. Für Pfarrer Frank Ndunguru stehen mit dem Ausbau des Kindergartens und der Erweiterung der Krankenstation zu einem Gesundheitszentrum jede Menge Baumaßnahmen an. In Miparu wurde Weihbischof Reder von rund 270 Schülerinnen und Schülern der Secondary School begrüßt. Der Weihbischof rief die Jungen und Mädchen dazu auf, ihr Wissen als christliche Stimme in die Gesellschaft einzubringen. „Euer Gesang war unglaublich kraftvoll. Werdet auch Ihr eine kraftvolle christliche Stimme in der tansanischen Gesellschaft, indem Ihr Eure Fähigkeiten und Kompetenzen einbringt.“ Unter anderem mit Unterstützung der Privaten Katholischen Grund- und Mittelschule Vinzentinum in Würzburg seien neue Außentoiletten gebaut und die Schlafräume mit besseren Fenstern ausgestattet worden, erfuhr der Weihbischof – ein Beispiel für gelebte Partnerschaft.
Noch mehr Bilder und Berichte, diesmal aus der Sicht der Gastgeber, gibt es auf der Homepage des Bistums Mbinga.
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