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Die Sprengkraft gelebter Hoffnung

Studientag im Kilianeum beleuchtet Besonderheiten der Kirche am Amazonas – Bischof Bernardo Johannes Bahlmann: Partnerschaft lebt in persönlichen Kontakten

Würzburg/Óbidos (POW) Auch in Brasilien ist die Kirche vor Herausforderungen gestellt. „Sie ist kein pastorales Paradies, in dem die Armen auf den Wiesen blühender Basisgemeinden lustwandeln.“ Wichtig sei aber, sich in der Begegnung mit den Menschen aus dem künftigen Partnerbistum die Sprengkraft gelebter Hoffnung schenken zu lassen, betonte der Innsbrucker Pastoraltheologe Professor Dr. Franz Weber am Samstag, 1. Dezember, beim Studientag „Piranhas und Meefischli – Kirche am Amazonas und Kirche am Main“ im Kilianeum-Haus der Jugend. An der Veranstaltung nahmen neben einer Delegation aus Brasilien rund 100 Interessierte aus dem ganzen Bistum und zum Teil auch aus anderen Bundesländern teil. Die Bischöfe Bernardo Johannes Bahlmann und Dr. Friedhelm Hofmann unterzeichneten unter dem Applaus der Anwesenden die Partnerschaftsurkunde. Viel Raum war am Nachmittag dem Austausch zwischen Deutschen und Brasilianern zu Fragen der Gemeindestruktur, der Einbindung der Laien und der Jugendarbeit am Amazonas gewidmet.

In seinem Vortrag betonte der Pastoraltheologe Weber, dass er aus persönlicher Erfahrung als Mensch, Christ und Missionar wisse, wie bereichernd die Begegnung mit Menschen anderer Kultur und Sprache sein könne und wie viel es bringe, Glaube und Hoffnung miteinander zu teilen. Als Vorbild bezeichnete Weber den Apostel Paulus, der bereit gewesen sei, von den anderen zu lernen. „Grundlage war eine innere Akzeptanz der Andersartigkeit der Anderen, eine tiefe Wertschätzung seiner Mitarbeiter und der Gemeindemitglieder und eine herzliche Beziehung zu den Menschen.“

Die südamerikanische Kirche verstehe sich als Kirche, die sich besonders für die Armen einsetzt. „Durch diese Option ist sie wieder, auch und gerade für die Armen, eine einladende, kommunikativ-partizipative Kirche geworden.“ Dennoch stoße sie an Grenzen verschiedener Art, gebe es in ihr ähnliche Konflikte wie in Europa. „Aber sie ist eine Kirche mit den Füßen auf dem Boden“, betonte Weber. Im Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland warnte er davor, dass die Kirche schnell als Solidargemeinschaft ausgedient habe, wenn sie Gottesdienst und Sakramentenspendung zu ihrem alleinigen Kerngeschäft erkläre. Das Zweite Vatikanische Konzil habe angeregt, wie der gegenseitige Dienst der Ortskirchen an- und füreinander aussehen könne: „Sie zeigt sich in der Gemeinschaft der geistigen Güter, der apostolischen Arbeiter und der zeitlichen Hilfsmittel.“

Konkret auf Óbidos bezogen bedeute das, den Blick auf den dort gelebten lebensnahen und wirklichkeitsbezogenen Umgang mit dem Wort Gottes zu lenken. Vorbildlich sei auch, dass man sich in den meisten südamerikanischen Diözesen, auch aus Not, zu einer Pastoral entschieden habe, durch die die Armen von Objekten der Mission zu Subjekten der Evangelisierung wurden. „Dass in dieser Begegnung und Lerngemeinschaft heute und in Zukunft ein wenig die Funken der Hoffnung fliegen, ist mein Wunsch an uns alle.“

In der größten Arbeitsgruppe diskutierten die Teilnehmer mit Domkapitular Christoph Warmuth und Bischof Bernardo Johannes Bahlmann aus Óbidos über die Chancen der neuen Bistumspartnerschaft. „Es ist für beide Seiten ein Gewinn, eine andere Form der Kirche kennen zu lernen“, betonte der Bischof. Wichtig sei unter anderem, dass es möglichst viele Menschen gibt, die die Sprache des jeweiligen Landes sprechen und durch persönliche Freundschaften der Partnerschaft ein Gesicht geben. „Was uns Brasilianer genauso belastet wie Euch Deutsche ist das schnelle Wachsen der Gruppe von Menschen, denen der Glaube gleichgültig ist.“ Wichtig sei, Katechese, Caritas, Liturgie und Gemeinschaft gleichermaßen im Blick zu haben, sagte Bischof Bahlmann.

Weitere Workshops beschäftigten sich unter anderem mit typisch brasilianischer geistlicher Musik, erläuterten die Besonderheiten der Pastoral in dem flächenmäßig auf die Fläche halb Deutschlands verteilten Amazonasbistum mit sieben Pfarreien und vier Missionsgebieten und beleuchteten die Bedeutung der sozialen Engagements der brasilianischen Kirche.

(4912/1273; E-Mail voraus)

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