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„Eine kleine Erfolgsgeschichte“

Interview mit Afrikareferent Klaus Veeh anlässlich des 25. Jubiläums der Partnerschaft zwischen den Diözesen Würzburg und Mbinga

Würzburg/Mbinga (POW) Seit Beginn der Partnerschaft zwischen den Diözesen Würzburg und Mbinga in Tansania begleitet Afrikareferent Klaus Veeh von der Würzburger Diözesanstelle Mission-Entwicklung-Frieden die Kontakte und Projekte zwischen den beiden Bistümern. Mehr als 30 Besuche führten ihn nach Tansania. In folgendem Interview blickt er anlässlich des 25. Jubiläums auf die Partnerschaft zurück. Das Jubiläum wird am 13. Juli in Würzburg und am 27. Juli in Mbinga gefeiert. Weitere Feiern gibt es im Herbst 2014.

POW: Herr Veeh, Sie haben die Partnerschaft der Diözesen Würzburg und Mbinga seit Beginn begleitet. Wie haben Sie den Start der Partnerschaft erlebt?

Klaus Veeh: Ich erinnere mich noch sehr gut an diesen Sonntag, 29. Oktober, den Weltmissionssonntag 1989. Am Abschlussfest zum Triduum des Martyriums der Frankenapostel und dessen 1300-jährigen Gedenkens unterschrieben die beiden Bischöfe Dr. Paul-Werner Scheele und Dr. Emmanuel Mapunda in der damaligen Carl-Diem-Halle, heute S. Oliver-Arena, die Partnerschaftsurkunde zwischen den beiden Diözesen. Ich hatte damals sogar die ehrenvolle Aufgabe, den Stift zur Unterschrift zu reichen. Vorbereitet war die ganze Veranstaltung noch von meinem damaligen Chef Domkapitular Prälat Wilhelm Heinz, der ja auch federführend für den Beginn dieser Partnerschaft steht. Gleich danach durfte ich dann Bischof Emmanuel Mapunda sechs Wochen lang durch unsere Diözese begleiten und bekam so einen sehr persönlichen Bezug zum ja damals noch sehr jungen Bischof aus Mbinga.

POW: Wie oft haben Sie bereits das Partnerbistum Mbinga besucht und was waren für Sie die prägendsten Begegnungen?

Veeh: Ich habe aufgehört, die Besuche zu zählen, geschätzt sind es sicherlich mehr als 30 Besuche, die ich dort machen durfte. Zu den prägendsten Begegnungen während dieser Zeit zählte 1995 die Einweihung des neu gebauten Bischofshauses, das ja auch gleichzeitig Verwaltungssitz der Diözese ist. Damit war klar, dass die Struktur der gerade gegründeten Diözese Mbinga auch einen Ort gefunden hat. Des weiteren ist 1997 die Einweihung der Kathedrale in Mbinga zu nennen, die heute den Mittelpunkt der Diözese darstellt und Treffpunkt für die Pfarreien ist. Besonders möchte ich natürlich die persönlichen Begegnungen hervorheben, die für mich am Anfang der Partnerschaft standen: So ist der Besuch und die Zusammenarbeit mit Pfarrer Lukas Komba, dem damaligen Sekretär des Bischofs von Mbinga, bei uns in Würzburg von 1994 bis 1996 zu nennen. Hier kamen strukturelle und persönliche Fortentwicklung für alle in der Partnerschaft tätigen Personen besonders gut voran.

POW: Es sind viele Projekte zum Aufbau der jungen afrikanischen Diözese entstanden. Welches Projekt beeindruckt Sie am meisten und warum?

Veeh: Begonnen wurde die Projektzusammenarbeit besonders im Bereich schulischer Bildung. Das erschien uns am Anfang der Partnerschaft und auch heute noch als einer der Schlüsselpunkte für die Zukunft unserer Partner und Freunde vor Ort. So gab es besondere Unterstützung über den Schulfonds und für das Seminar Likonde, um den Schülern und auch Lehrern die unzureichenden Lebens- und Arbeitsbedingungen ein wenig zu verbessern. Die Projekte im Bereich der verbandlichen Zusammenarbeit, wie zum Beispiel die Mikrokreditvergabe in der Frauen- oder Jugendarbeit, sind großartige Hilfen, die bis zum heutigen Tag durchtragen, aber auch Entwicklungsprojekte im landwirtschaftlichen Bereich – wie Biogas, Kuhprojekt, Beratungsangebote für Kleinbauern und vieles mehr – sind wichtig in der Alltagsarbeit. Eigentlich ist das Beste, dass wir im Bereich der Projektzusammenarbeit die persönlichen Kontakte untereinander in den Vordergrund gestellt haben – das freut mich am meisten!

POW: Kaffeetrinken zum Wohle der Partnerschaft und der Kaffeebauern in der Diözese Mbinga ist heute ebenfalls möglich. Welchen Beitrag leistet der „Würzburger Partnerkaffee“?

Veeh: Der „Würzburger Partnerkaffee“ ist ein großartiges Zeichen der Ermutigung. Die Kleinbauern vor Ort merken hier, dass im globalen Handel mehr möglich ist als die Ausbeutung durch Billigeinkäufer. Über einen Solidarbeitrag erhalten die Kaffeebauern Hilfen, um für ihre Genossenschaft und ihre Familien etwas zu erreichen: beispielsweise die Errichtung einer Krankenversicherung für die Mitglieder der Genossenschaft. Damit haben sie die Möglichkeit, in den diözesanen Gesundheitseinrichtungen behandelt zu werden. Der Partnerkaffee trägt darüber hinaus zur Bewusstseinsbildung in Deutschland bei und informiert über das Leben der Kleinbauern.

POW: Wie haben Sie in den 25 Jahren die Kontakte zwischen den Menschen aus beiden Diözesen erlebt?

Veeh: Für mich ist das eine kleine Erfolgsgeschichte: Aus den anfänglich auf Bischofsebene geschlossenen Kontakten hat sich mittlerweile eine breite Basis von vielen Gruppen, Verbänden, Pfarreien und anderen Institutionen entwickelt – das freut mich ganz besonders. Hier möchte ich besonders die diözesanen Verbände der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ), der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) nennen, die in den langen Jahren der Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen Partnerorganisationen in Tansania die Verbindungen vertieft und ausgebaut haben. Auch die Zusammenarbeit von Gesundheitsorganisationen, wie dem Missionsärztlichen Institut bei uns mit den Gesundheitseinrichtungen vor Ort in Mbinga, ist ein sich stetig erweiternder Bereich. Die Pfarrei- und Schulpartnerschaften bekommen gerade heuer im Jubiläumsjahr einen besonderen Schub durch die gegenseitigen Besuche. Über diese diözesanen Strukturen hinaus gibt es aber auch Interesse in unserer Region an der Partnerschaft, die es immer wieder einigen Interessierten möglich macht, unsere Partnerdiözese im persönlichen Besuch kennen zu lernen.

POW: Was wünschen Sie sich für die kommenden Jahre in der Partnerschaft mit Mbinga?

Veeh: Ich wünsche mir die stetige Erweiterung der basisnahen Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Partnerschaft im menschlichen und strukturellen Bereich. So können wir immer besser spirituell, materiell und als lernende Gemeinschaft das umsetzen, was die Partnerschaft als Zeichen gläubiger Gemeinde in der Weltkirche zeigen soll: Fortentwicklung im gegenseitigen Verständnis von Sprache, Kultur und unserem gemeinsamen Glauben.

Interview: bs (POW)

(2814/0656; E-Mail voraus)

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