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„Historische Zeiten liegen vor uns“

Was die Kirche Lateinamerikas über die Wahl des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst denkt – Interview mit Bernardo Johannes Bahlmann, Bischof des brasilianischen Partnerbistums Óbidos

Óbidos/Würzburg (POW) Zum ersten Mal ist ein Südamerikaner auf den Stuhl Petri gewählt worden. Der Franziskaner Bernardo Johannes Bahlmann, Bischof des brasilianischen Partnerbistums Óbidos, erläutert im folgenden Interview, was er davon hält und welche besondere Rolle einem Ordensmann als Papst zukommt.

POW: Welche Bedeutung hat es für die Kirche Südamerikas, dass der neue Papst aus diesem jungen Kontinent kommt?

Bischof Bernardo Johannes Bahlmann: Die Freude über einen Papst aus Lateinamerika ist hier riesengroß. Viele Menschen identifizieren sich jetzt noch mehr mit dem Papst, denn es ist jemand aus ihrer Mitte. Seine bescheidene Art und Weise wird der Kirche in Lateinamerika, aber auch in der ganzen Welt helfen, neue Impulse für die Evangelisierung und Glaubensvermittlung zu setzen. Sicherlich werden lateinamerikanische Elemente in der Ausführung des Papstamtes mit einfließen – und das bedeutet eine größere Wahrnehmung und Anerkennung der Kirche Lateinamerikas. Eine sehr typische lateinamerikanische Geste war bei Papst Franziskus die Bitte um den Segen für sich selbst von den vielen Menschen, die auf dem Petersplatz waren. Das ist hier in Lateinamerika eine normale Geste, die anderswo allerdings außergewöhnlich ist.

POW: Welche besonderen Schwerpunkte wird Papst Franziskus Ihrer Meinung nach setzen?

Bischof Bahlmann: Das ist im Moment noch schwer zu sagen. Aber aus seinen Worten direkt nach der Wahl kann man heraushören, dass es ihm wichtig ist, gemeinsam den Weg als Brüder und Schwestern zu gehen: in der Liebe und im Vertrauen, die Geschwisterlichkeit sowie einen einfachen und bescheidenen Lebensstil zu leben. Außerdem war ihm wichtig, gemeinsam mit den Gläubigen zu beten und den Glauben zu leben.

POW: Der neue Papst ist wie Sie Ordensmann und hat den Namen Ihres Ordensgründers gewählt. Was verbinden Sie damit?

Bischof Bahlmann: Als Ordensmann wird Papst Franziskus die Ordensleute noch einmal ganz anders im Blick haben. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das auf das Ordensleben positiv auswirkt und hier neue Akzente gesetzt werden. Die Jesuiten sind aus der Reformation heraus entstanden. Daher verbinde ich mit einen Jesuiten-Papst Reformen und Veränderungen, die der Kirche bevorstehen. Der Name Franziskus ist ein wunderbares Leitmotiv und wurde sicherlich nicht von ungefähr gewählt. Auch Franziskus steht für die Reform der Kirche im 13. Jahrhundert, also auch Veränderungen in eine bestimmte Richtung der franziskanischen Spiritualität. Persönlich freue ich mich sehr über die Namenswahl unseres Ordensgründers, der zu Beginn seines spirituellen Weges den Auftrag von Jesus Christus erhielt, als er vor dem Kreuz in der Kirche San Damiano betete: „Franziskus, baue meine Kirche wieder auf.“ Franz von Assisi verstand diesen Auftrag buchstäblich, denn die Kirche San Damiano war eine Ruine. Er machte sich sofort daran, sie wieder aufzubauen. Erst später verstanden er und seine Gefährten, dass der Herr damit nicht nur die Kirche San Damiano meinte, sondern auch die Kirche im Allgemeinen. Aus dieser Perspektive sehe ich schon jetzt eine große Motivation bei den Menschen hier in Lateinamerika. Sicherlich werden wir noch interessante und historische Zeiten vor uns haben.

(1213/0297; E-Mail voraus)

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