Würzburg (POW) Mit einem innovativen Konzept beschreitet die Diözese Würzburg neue Wege in der Qualifizierung seelsorglichen Personals: Erstmals absolvieren zehn Priester der Weltkirche gemeinsam mit in Deutschland geborenen pastoralen Auszubildenden Teile ihrer religionspädagogischen Ausbildung. Ziel des zweijährigen Qualifizierungsprogramms ist es, den Teilnehmenden umfassende religionspädagogische Kompetenzen für den Einsatz in den Pastoralen Räumen und Schulen der Diözese zu vermitteln.
Das Ausbildungsformat zeichnet sich durch eine enge Verknüpfung von Lernen am Religionspädagogischen Institut in Würzburg und intensiven Praxisphasen an Grundschulen aus. Verantwortlich für die Ausbildung sind Schulrat im Kirchendienst Mario Wald und Seminarleiter im Kirchendienst Rüdiger Greubel. Die Vielfalt im Religionsunterricht zeige sich heute auch in der Ausbildung, betonen die Ausbildungsverantwortlichen. Durch die gemeinsame Teilnahme an den Seminartagen träten internationale Seelsorger und heimische Auszubildende in einen wertvollen fachlichen und interkulturellen Austausch.
Die religionspädagogische Qualifizierung für die Priester der Weltkirche erstreckt sich über zwei Jahre und begleitet den laufenden pastoralen Dienst mit wöchentlich zwei bis drei Präsenzstunden an einer Grundschule im jeweiligen Pastoralen Raum. Die schrittweise Heranführung an die Schulpraxis gliedert sich dabei in klar strukturierte Phasen unter Begleitung einer zugeordneten Lehrkraft. Im ersten Schuljahr steht zunächst das Kennenlernen von Klassen, Sprache und Schulmethodik im Vordergrund. Nach einer Hospitationsphase übernehmen die Teilnehmer Schritt für Schritt einzelne Unterrichtselemente wie Rituale oder biblische Erzählungen, bis sie im weiteren Verlauf eigene Unterrichtsstunden durchführen und erste Beratungsbesuche absolvieren.
Im zweiten Schuljahr planen und gestalten die Seelsorger unter Anleitung der Betreuungslehrkraft schließlich eigenverantwortlich komplette Unterrichtseinheiten und Themenbereiche, wobei insbesondere Schnittstellen zur Erstkommunion- und Firmvorbereitung genutzt werden.
„Neben dem Verstehen des bayerischen Bildungssystems und der Lebenswelt von Grundschulkindern erwerben die Teilnehmer das Rüstzeug zur selbstständigen Vorbereitung, Durchführung und Reflexion von Religionsunterricht und katechetischen Angeboten“, erklärt Wald. Nach erfolgreichem Abschluss des zweijährigen Programms erhalten die Absolventen ein Zertifikat. Bei nachgewiesener pädagogischer Eignung, positiver Beurteilung durch die Betreuungslehrkraft sowie einer bestandenen Lehrprobe bekommen sie schließlich die kirchliche Bevollmächtigung und Genehmigung zur Erteilung von katholischem Religionsunterricht verliehen.
mh (POW)
(4026/0913; E-Mail voraus)
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