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Wo das Partnerbistum am ländlichsten ist

Zehn Mitglieder der Landjugendbewegung knüpfen im brasilianischen Juruti Velho erste Kontakte für eine mögliche Verbandspartnerschaft

Óbidos/Würzburg (POW) Der Draht zwischen den jungen Brasilianern und ihren Gästen aus Unterfranken entwickelt sich auch ohne gemeinsame Sprache: Positive Erfahrungen haben zehn Mitglieder der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) aus dem Bistum Würzburg gemacht, die als Kundschafter für eine mögliche Partnerschaft mit Jugendlichen im brasilianischen Partnerbistum Óbidos unterwegs waren. Der Herzlichkeit der Menschen war überwältigend, sagen die jungen Leute. Die anfangs schwierige Verständigung sei mit der Zeit immer leichter geworden.

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Würzburg hatte bei der Landjugend angefragt, ob diese nicht Kontakte nach Brasilien knüpfen möchte. Bei den „Tagen der Begegnung“ im Vorfeld des Weltjugendtags waren die Jugendlichen aus Unterfranken dann vier Tage lang in einer Gegend zu Gast, wie sie ländlicher kaum sein könnte. Das Dorf Juruti Velho liegt an einem Seitenarm des Amazonas. Von der Stadt Juruti aus dauert die Anreise im Schnellboot rund zwei Stunden, mit einem normalen Boot gut fünf Stunden.

„Wir waren dauernd unterwegs, haben viele Gemeindezentren und Kindergärten gesehen, haben zusammen gefischt“, erzählt der 19-jährige Alexander Göbel aus Kronungen. Außerdem besichtigte die Delegation der KLJB ein Projekt zur Rettung von Schildkröten und stellte mit den Gastgebern Farina her – eine Art grobes Mehl, das aus Maniok gewonnen wird und ein Grundnahrungsmittel am Amazonas ist. „Am besten war der Abend am See mit Grillen, Schwimmen und Tanzen“, betont Göbel. Viel Lob zollte die Gruppe dem Essen. Besonders lecker gewesen seien die frisch gepressten Säfte aus Papaya, Melone oder Ananas.

Dass der Lebensstandard in Brasilien ein anderer ist als zu Hause, merkte die Gruppe schnell. So war es ungewohnt, dass Strom nur zu bestimmten Zeiten zur Verfügung steht und es auch keine Bank vor Ort gibt. „Die Leute sind alle irgendwie damit beschäftigt, das Überleben zu sichern“, erzählt die 21-jährige Manuela Kraft aus Eßleben. Auch das Schulsystem ist völlig anders als in Deutschland. Es gibt zwar eine Schulpflicht, auch eine Art Abitur, aber danach ist in der Region Óbidos Schluss. „Wer weiter machen will, muss sehr weit von zu Hause wegziehen und in der Regel auch noch einmal einiges nachlernen, um den Anschluss zu bekommen. In die nächste größere Stadt reist man mindestens einen halben Tag.“

Noch ist nach den Worten von Michael Schneider, Bildungsreferent der Würzburger KLJB, offen, ob die angestrebte Partnerschaft wirklich zu Stande kommt. Die KLJB habe zunächst nach einer vergleichbaren Struktur vor Ort gesucht und sie in der „Pastoral de Juventude“ gefunden. Dieser Verband ist für die gesamte kirchliche Jugendarbeit im Bistum Óbidos zuständig und hat auch ein Büro in der Bischofsstadt. „Doch damit keinen falschen Vorstellungen aufkommen: Dieses eine Büro ist im Prinzip das, was in Würzburg die vielen Büros der kirchlichen Jugendarbeit im Kilianeum-Haus der Jugend sind“, erläutert Schneider. Nicht ganz unkompliziert dürfte auch die Kontaktpflege mit den neuen Freunden in Juruti Velho werden. Postadressen existieren im Prinzip nicht, doch zum Glück gibt es ja das Internet. Voraussetzung dafür sind Elektrizität und ein guter Funknetzempfang – beides keine Selbstverständlichkeit im brasilianischen Hinterland.

Zu Hause werden die KLJB-Mitglieder über ihre Erlebnisse und Beobachtungen in Brasilien berichten. Dann muss die Diözesanvollversammlung entscheiden, ob und wie es mit den Partnerschaftsbemühungen weitergeht.

Aus Óbidos in Brasilien berichtet Burkard Vogt (POW)

(3113/0803; E-Mail voraus)

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